An der Havel gen Norden

 

Diese schöne Ausflugstour von der Altstadt Spandau bis nach Nieder Neuendorf hat eine Länge von etwa 10 Kilometern. Der abwechslungsreiche Weg, der Teil des Havelradwegs und des Fernradwegs Berlin-Kopenhagen ist, eignet sich nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Fußgänger. Die meiste Zeit bietet er einen Blick aufs Wasser, nur an wenigen Orten muss man mangels Brücken einen kleinen Umweg entlang der Straße in Kauf nehmen.

An der Bürgerablage im Norden Spandaus besteht die Möglichkeit, in der Havel zu baden. In Nieder Neuendorf lädt die Ausstellung in einem ehemaligen Grenzturm der Berliner Mauer zu einem Besuch.

Von der Spandauer Altstadt nach Nieder Neuendorf

 

Kirche St. Marien am Behnitz (Foto: Ralf Salecker)

Gleich zu Beginn der Tour lohnt ein Rundgang durch den Behnitz und ein Blick in die Kirche St. Marien (Foto: Ralf Salecker)

Die Tour beginnt am U-Bahnhof Altstadt Spandau, den wir in Richtung Breite Straße verlassen. Wir nehmen jedoch nicht den Weg in die Fußgängerzone, sondern überqueren in entgegengesetzter Richtung die vierspurige Straße Am Juliusturm. Auf der anderen Straßenseite sehen wir bereits die kleine Kirche St. Marien. Vor uns liegt nun der Behnitz, das älteste Siedlungsgebiet der Spandauer Altstadt.

Rundgang durch den Behnitz

Für einen Rundgang über die holprigen Straßen des Behnitz mit seinen alten Fachwerkhäusern halten wir uns an der großen Straße links und biegen an der nächsten Ampel rechts in den Hohen Steinweg ein.

Stadtmauer im Behnitz (Foto: Ralf Salecker)

Am Nordende der alten Stadtmauer kann man noch rekonstruierte Reste eines Wiekhauses bewundern (Foto: Ralf Salecker)

Bei der Mauer auf der linken Seite handelt es sich um das letzte Stück der alten Stadtmauer Spandaus. Am Ende der Straße befindet sich ein Parkplatz. Diesen lassen wir rechts liegen und nehmen geradeaus den Möllentordamm (Einbahnstraße). An dessen Ende hören wir bereits das Rauschen der Spandauer Schleuse. Hier lohnt also ein Abstecher hinunter an die Havel. Danach können wir den Weg zu der kleinen Kirche am Behnitz fortsetzen, die wir schon aus der Entfernung gesehen hatten, und an den Fachwerkhäusern am Kolk vorbei zum Parkplatz zurückkehren. Eines der Fachwerkhäuser ist die Alte Kolkschänke, die bereits 100 Jahre Kneipentradition auf dem Buckel hatte, bevor sie schloss. Weiter geht es über den Möllentorsteg, der nahe der Stadtmauer über den Mühlengraben führt.

Am Havelufer bis zum Nordhafen

Wröhmännerpark (Foto: Ralf Salecker)

Der Wröhmännerpark liegt direkt an der Havel (Foto: Ralf Salecker)

Auf der anderen Seite des Mühlengrabens gelangen wir geradezu durch das Oranienburger Tor in den Wröhmännerpark. Dieser wurde einst als Naherholungsgebiet für die Spandauer Neustadt geschaffen. Früher befand sich an gleicher Stelle ein Hafen, woran heute allerdings nur noch die Schiffsanlegestelle „Hafenplatz“ und ein Wasserbecken mit Seerosen erinnert – das ehemalige Hafenbecken. Wir durchqueren den Park, bis uns der Uferweg zur Wröhmännerstraße leitet. Dort halten wir uns rechts. Die 2. Querstraße ist die Triftstraße. Hier stoßen wir auf die älteste Feuerwache Spandaus. Rechts geht es wieder ans Havelufer.

Nun sind es nur noch wenige Meter bis zum Schultheiss-Quartier, das sich auf dem Gelände der früheren Schultheiss-Brauerei befindet. Wer vor der Tour gen Norden noch eine Stärkung benötigt, kann hier mit Blick auf den Spandauer See Fisch essen oder einen Kaffee trinken. Im Altstadthafen, der sich ebenfalls an diesem Uferabschnitt befindet, kann man bei Bedarf ein Boot mieten und eine Runde über den See drehen. Wir setzen unseren Weg jedoch an der Havel auf dem Havelradweg fort.

Reichstypenspeicher (Foto: Ralf Salecker)

Hinter der Großen Eiswerderbrücke liegen einige Hausboote am Kai (Foto: Ralf Salecker)

Für Fußgänger führen ein paar Treppenstufen hinauf zur Eiswerderstraße und zur Großen Eiswerderbrücke. Mit dem Fahrrad müssen wir am Altstadthafen links durch das Schultheiss-Quartier fahren. Auf der anderen Seite der Eiswerderstraße geht der Weg dann am Wasser weiter. Wir fahren oder spazieren ein längeres Stück am Ufer. Einige Hausboote liegen hier am Kai und zeugen von einer ganz anderen Art des Wohnens. Kurz vor dem Nordhafen biegen wir linker Hand in die Havelschanze ab, um das Hafengewässer zu umfahren. Der Uferweg endet wenige Meter entfernt an einem Zaun. Hier gibt es leider noch keine Brücke. Wer sich den Blick vom Zaun hinüber zum Maselakepark nicht entgehen lassen will, nimmt diesen kleinen Abstecher noch mit, bevor es dann in der Havelschanze weitergeht.

Nordhafen bis Aalemannkanal

Maselakepark am Nordhafen (Foto: Ralf Salecker)

Auch vom Maselakepark hat man eine schöne Aussicht auf den Spandauer See (Foto: Ralf Salecker)

In der Havelschanze befinden sich auf der rechten Seite Reihenhäuser und dahinter mehrere Gebäude des Seniorenzentrums Haus Havelblick. Die linke Straßenseite grenzt an eine Kleingartenkolonie mit dem schönen Namen Kleckersdorf. Am anderen Ende der Havelschanze halten wir uns am Eckgebäude des Seniorenzentrums rechts und laufen bzw. fahren dann am Rande des Hafengewässers durch den Maselakepark. An dem Mini-Strand mit drei großen Schaukeln geht der Weg nach links weiter und führt uns wenig später über eine Fußgänger-Zugbrücke auf die andere Seite der Maselake, einem Nebenarm der Havel, der weniger Meter weiter in der Wasserstadt endet. Hier folgen wir dem Weg am Wasser, um zu dem breiten Steg an der Havelspitze zu gelangen. Von hier aus haben wir einen wunderbaren Blick auf den Spandauer See und die sog. Liebesinsel (Kleiner Wall).

Anschließend geht es am Ufer weiter. Die Spandauer-See-Brücke lassen wir rechts liegen und unterqueren wenig später die Wasserstadtbrücke. Die Straße Am Wasserbogen führt uns zwischen hohen Wohnhäusern rechter Hand zu einer kleinen, stark ansteigenden Fußgängerbrücke über den Maselakekanal.

Auf der anderen Uferseite halten wir uns links und folgen dem Weg am Maselakekanal, der uns zunächst von der Havel wegführt. Er endet an einer kleinen provisorischen Grünanlage mit einer großen asphaltierten Fläche zum Skaten. Wir befinden uns nun an der Goltzstraße. Hier biegen wir rechts ab, überqueren die Mertensstraße und folgen wenig später rechts der Werderstraße. Auf der anderen Straßenseite entdecken wir bald darauf den Elkartweg, der uns durch die Kleingärten wieder zum Havelufer leitet. Wer zu Fuß unterwegs ist, kann auch den Fährweg zum Ufer nehmen, an dessen Ende sich die Anlegestelle einer kleinen Personenfähre befindet. Diese verbindet die Inseln Valentinswerder und Maienwerder im Tegeler See mit dem Festland in Hakenfelde und Tegel (Schiffstouren und Fähren ab Spandau).

Fähre am Aalemannufer (Foto: Ralf Salecker)

Die Autofähre pendelt den ganzen Tag zwischen Aalemannufer und Tegelort (Foto: Ralf Salecker)

Der Uferweg ist nun ansprechend als Rad- und Spazierweg ausgebaut und in eine Grünfläche mit Wiesen und Bäumen eingebunden. Er führt uns zu einer Brücke über den Aalemannkanal. Auf der anderen Seite angekommen, sehen wir rechts schon die Anlegestelle einer Auto- und Personenfähre, die den ganzen Tag zwischen Hakenfelde und Tegelort hin und her pendelt. Außerdem gibt es hier ein Restaurant/Café mit Terrasse am Wasser und einen kleinen Spielplatz.

Aalemannkanal bis Nieder Neuendorf

Wir folgen dem Uferweg weiter gen Norden bis zum Teufelsseekanal. Es lohnt sich, auf der Brücke über den Kanal, dem Oberhavelsteg, kurz innezuhalten und die Aussicht zu genießen. Auf der anderen Seite der Brücke geht es am Wasser weiter und später durch den Wald an einem Campingplatz vorbei bis zur Bürgerablage, der nördlichsten Badestelle an der Oberhavel. Über die Herkunft des Namens streiten sich die Gelehrten. Wahrscheinlich wurde hier früher einmal für Spandauer Bürger Holz gelagert, die sich so einen Nebenverdienst sicherten. Zu DDR-Zeiten verlief ungefähr hier die Grenze zwischen Westberlin und Brandenburg.

Heute ist die Bürgerablage ein beliebtes Ausflugsziel. Es gibt einen kleinen Badestrand und ein Restaurant mit Biergarten. Mit dem Rad müssen wir nicht über den Strand, sondern können den Weg nehmen, der hinter dem Restaurant entlang führt.

Kurz hinter der Bürgerablage schlägt der Weg eine Schneise durch einen dicht bewachsenen Wald. Am Waldesrand erinnern Infostellen an die Westberliner Exklaven Erlengrund und Fichtewiese. Die beiden Exklaven waren ein Kuriosum der Teilung: Die dort befindlichen Laubenkolonien waren nur betretbar, nachdem sich die Gartenbesitzer an einer kleinen Pforte bei den Grenzposten gemeldet hatten.

Grenzturm Nieder Neuendorf (Foto: Ralf Salecker)

Der Grenzturm beherbergt heute eine Ausstellung (Foto: Ralf Salecker)

Haben wir den Wald hinter uns gelassen, ist es nicht mehr weit bis nach Nieder Neuendorf, einem Ortsteil von Henningsdorf. Auch hier holt uns die deutsch-deutsche Vergangenheit ein: Ein Grenzturm am Wegesrand erinnert daran, dass von hier aus früher die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg kontrolliert wurde, die längs durch die Havel verlief. Das kleine Museum im Turm lässt diesen Teil der regionalen Geschichte wieder lebendig werden. Die Ausstellung wurde 2014 komplett neu erarbeitet.

In Nieder Neuendorf endet unsere Tour an der dortigen Promenade, die einen phantastischen Blick über den Nieder Neuendorfer See bietet. Die Holzskulpturengruppe „Von Ufer zu Ufer“ am Aussichtspunkt erinnert an die Berliner Mauer, die einst den Blick auf den See versperrte. Ein weiterer Aussichtspunkt befindet sich etwas weiter nördlich an der Landzunge zwischen Nieder Neuendorfer See und Havelkanal. Um mit dem Fahrrad dorthin zu kommen, müssen wir ein kleines Stück an der Straße bergauf und dann vor der Brücke über den Havelkanal rechts den Hügel hinunterfahren. Zurück können wir dann den Weg über die Straße Am alten Strom nehmen. Hier befindet sich übrigens eine weitere Badestelle.

An der Dorfstraße, der zentralen Straße durch den Ortsteil Nieder Neuendorf, gibt es mehrere Möglichkeiten einzukehren. Einen hübschen Hofgarten bietet die Buhne, ein kleines Fachwerkhaus direkt an der Bushaltestelle Nieder Neuendorf, Zur Baumschule. Von hier aus bringt uns der Bus 136 dann auch wieder zurück nach Berlin. Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann entweder weiter nach Hennigsdorf fahren, denselben Weg zurück nehmen oder an der Bürgerablage dem Mauerradweg folgen.

 

 

 

Start: U Altstadt Spandau

Ziel: Nieder Neuendorf, Havelpromenade

Start: U-Bahnhof Altstadt Spandau (icon_u-bahn7)
Ziel: Nieder Neuendorf, Aussichtspunkt an der Havelpromenade

Länge: ca. 10 km
Mit dem Rad: ca. eine 3/4 Stunde
Zu Fuß: ca. 2,5 Stunden

Wegbeschaffenheit: asphaltierte Radwege, befestigte Fußwege, nur kurze Strecken an der Straße

Anschlusstour: An der Bürgerablage besteht Anschluss an den Mauerradweg entlang der ehemaligen Grenze zwischen Spandau und dem Land Brandenburg (rund 28 km bis nach Alt-Kladow im Süden Spandaus).

Zum Rundgang durch den Behnitz

  • Behnitz
  • Wröhmännerpark
  • Schultheiss-Quartier
  • Nordhafen
  • Maselakepark
  • Havelspitze
  • Aalemannkanal
  • Oberhavelsteg über den Teufelsseekanal
  • Badestelle Bürgerablage
  • Ehemalige Exklaven Fichtewiese und Erlengrund
  • Grenzturm Nieder Neuendorf
  • Havelpromenade Nieder Neuendorf

Haltestelle Startpunkt:

Altstadt Spandau (icon_u-bahn7 )

Haltestelle Endpunkt:

Nieder Neuendorf, Zur Baumschule oder
Nieder Neuendorf, Havelpromenade (icon_bus136)

Rückfahrt nach Berlin:

Ohne Fahrrad: Mit dem icon_bus136 bis S+U Rathaus Spandau, von dort weiter mit der S5 oder einem Regionalzug

Mit Fahrrad: weiter bis nach Hennigsdorf und von dort mit der S25 oder einem Regionalzug nach Berlin

Geöffnet vom 6. April bis 3. Oktober

Di bis So + an gesetzlichen Feiertagen in Brandenburg 10.00 – 18.00 Uhr, Mo geschlossen

Infoflyer der Stadt Hennigsdorf zum Grenzturm

Eintritt frei

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Die Buhne, Nieder Neuendorf (Foto: Ralf Salecker)

Die Buhne

Restaurant & Veranstaltungsort

Spandau Tourist-Info – Interaktive Karte

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