Lindenufer

Der Stabholzgarten hinter dem Rathaus und das angrenzende Lindenufer bilden eine beliebte Promenade an der Havel. Auf rund 800 Metern Länge kann man gemütlich am Wasser entlang flanieren oder Ausschau nach der Stelle halten, an der die Spree in die Havel mündet. Fahrgastschiffe laden zu Ausflügen nach Berlin und ins Umland ein. Für Kinder gibt es einen neu gestalteten Spielplatz. Etwas weiter nördlich erinnert ein „Mahnmal am Lindenufer“ an die jüdischen Opfer des Naziterrors in Spandau.

Der Bereich zwischen Charlottenbrücke und Juliusturmbrücke wird derzeit von Grund auf neugestaltet. Schon im Herbst 2015 soll dieser Uferabschnitt in neuem Glanz erstrahlen.

 

 

 

Spandaus Havelpromenade in der Altstadt

Lindenufer (Foto: Ralf Salecker)

Spandaus beliebte Havelpromenade befindet sich nur wenige Schritte von der Fußgängerzone in der Altstadt entfernt (Foto: Ralf Salecker)

Mitten in der Stadt sein und gleichzeitig ganz nah am Wasser: In Spandau ist es möglich. Die Havelpromenade ist nur wenige Schritte vom Rathaus und der Fußgängerzone in der Altstadt entfernt. Am Lindenufer können Sie den Trubel hinter sich lassen und eine Auszeit nehmen. Einmal im Jahr wird das gesamte Havelufer bis in die Wilhelmstadt hinein allerdings für drei Tage zur Festmeile für die ganze Familie. Auf drei Musikbühnen wird dann Musik verschiedener Stilrichtungen geboten.

Wer nicht am Ufer entlang laufen mag oder kann, setzt sich auf eine der vielen Bänke oder nutzt die Liegewiese am Stabholzgarten und schaut dem Geschehen auf der Havel zu. Sportliche Ruderer gleiten hier ebenso vorbei wie Fahrgastschiffe und große Lastverbände. Fahrradfahren ist am Lindenufer leider nicht erlaubt. Dies wird sich allerdings bald ändern (siehe unten). Bei Hunger oder Kaffeedurst besteht jederzeit die Möglichkeit, in die Fußgängerzone einzuschwenken, um dort ein Restaurant, eine Konditorei oder ein Café zu besuchen. Auf der Höhe der Spreemündung in die Havel bietet ein nagelneuer Spielplatz Kindern und ihren Eltern eine unbeschwerte Möglichkeit, sich zu vergnügen. Während die Kleinsten toben, können sich die Großen unter Bäumen ausruhen.

Ein Mahnmal erinnert an die jüdischen Opfer des Naziterrors in Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Ein Mahnmal erinnert an die jüdischen Opfer des Naziterrors in Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Etwas weiter nördlich erinnert das „Mahnmal für die zerstörte Spandauer Synagoge und die Opfer der Shoah“ (im allgemeinen Sprachgebrauch verkürzt als jüdisches Mahnmal bezeichnet) der Architekten Ruth Golan und Kay Zareh an die jüdischen Opfer des Naziterrors in Spandau. Der geborstene Würfel symbolisiert die in der Reichskristallnacht zerstörte Synagoge. Die leicht ansteigende Mauer trägt die Namen aller 115 bisher bekannten Opfer. Etwas oberhalb erinnert in der Kammerstraße eine Gedenktafel an einer Hauswand an die Zerstörung der Spandauer Vereinssynagoge.

Am Park- und Veranstaltungsplatz in der Grünanlage könnte man leicht eine kleine Mauer übersehen. Es ist der letzte Rest eines ehemaligen preußischen Militärlazaretts, welches später als Kaserne, Wohn- und Verwaltungsgebäude genutzt und 1977 abgerissen wurde.

Der Schiffsanleger am Lindenufer lädt zu Ausflugsfahrten auf der Havel ein (Foto: Ralf Salecker)

Der Schiffsanleger am Lindenufer lädt zu Ausflugsfahrten auf der Havel ein (Foto: Ralf Salecker)

Vom Schiffsanleger am Lindenufer sind es auf dem Wasser bis nach Sacrow und seine Heilandskirche gerade einmal 15 Kilometer. Mit einem Fahrgastschiff sind sie etwa 1,5 Stunden bis dorthin unterwegs, wenn sie nicht vorher die Gelegenheit nutzen, in Kladow an der dortigen Promenade auszusteigen. Während dieser kleinen Seereise können Sie Spandau entlang der Unterhavel aus einer ganz anderen Perspektive betrachten. Alternativ können Sie vom Schiffsanleger am Lindenufer aber auch zu einer Reise in die Mitte Berlins aufbrechen.

Kurz hinter dem Schiffsanleger überspannt die Charlottenbrücke die Havel. Sie ist eine der vielen Brücken, die Spandau mit dem Rest Berlins verbindet. Erbaut wurde sie zwischen 1926 und 1929, hatte jedoch diverse Vorgänger. Zuletzt stand an gleicher Stelle eine mehrteilige Bogenbrücke aus dem Jahr 1886. Alle alten Brückenkonstruktionen an dieser Stelle lagen erheblich tiefer. Der heutige Damm ist erst mit der neuen Stahlbogenbrücke entstanden, schließlich sollten auch größere Schiffe problemlos passieren können. Ihren heutigen Namen erhielt die ehemalige Stresowbrücke im 18. Jahrhundert. Damals war Charlottenburg frisch entstanden und die Brücke führte von Spandau aus genau dorthin.

 

Ein Blick zurück in die Vergangenheit

Anfang des 18. Jahrhunderts gab es am Lindenufer noch keine Parkanlage. Stattdessen begrenzte eine Mauer das Vorfeld der Stadt Spandau zur Havel. Hier legten kleine flache Havelkähne an, die Freifläche nutzte man als Schlächterwiese. Da der Platz in der Stadt selbst knapp bemessen war, musste auch das Militär seine Paraden hier abhalten, wenn es nicht gerade einen Kirchhof einebnen ließ, um innerhalb Spandaus marschieren zu können. Auf der Altstadtseite des Mühlengrabens verlief die Stadtmauer hoch bis an die heutige Carl-Schurz-Straße.

Erst nach 1880, als man die Stadtmauer nach und nach abriss, entstand die Grünanlage. Dabei war nicht nur der Wunsch nach einer Promenade Vater des Gedankens. Hinzu kam, dass noch immer die Baubeschränkungen der Festung galten. Die Freifläche dürfte deshalb nicht bebaut werden. Seitdem schmücken Linden die Uferpromenade und gaben ihr so gleich ihren Namen. Eine Zeit erster touristischer Nutzung der Havel begann. Ende des 20. Jahrhunderts erfolgte im Zuge der Altstadtsanierung eine Umgestaltung des Lindenufers zu einer Naherholungsanlage.

 

Visionen am Wasser

Noch ist das Werk allerdings nicht vollendet, denn der Uferweg geht hinter der Charlottenbrücke zwar weiter, verliert aber deutlich an Attraktivität. Das wird sich jedoch schon in Kürze ändern. Aktuell laufen die Umbaumaßnahmen auf diesem Uferabschnitt bis zur Juliusturmbrücke. Ende 2016 soll alles fertig sein. Was ist im Einzelnen geplant?

  • Ein neues Lichtkonzept wird dafür sorgen, dass das Lindenufer auch abends und nachts zu einem attraktiven Aufenthaltsort wird.
  • Eine besondere Attraktion am Lindenufer ist der Zufluss der Spree in die Havel, der bisher keine optische Anbindung an die Altstadt hat. Vielen Besuchern der Spandauer Altstadt bleibt dieser Ort deshalb verborgen. Im Rahmen der Neugestaltung entstehen nicht nur freie Sichtachsen – auch stadtgeschichtlich bedeutungsvolle Plätze werden durch eine bauliche Hervorhebung wieder ins Gedächtnis gerufen.
  • Die Wege entlang des Havelufers werden von etwa 2 Metern auf 4 Meter verbreitert, damit Radfahrer und Fußgänger den Bereich gemeinsam nutzen können. So schließen sich endlich die letzten Lücken auf dem überregionalen Havelradweg. Bisher mussten Radfahrer Umwege über holpriges Kopfsteinpflaster auf der Straße Lindenufer in Kauf nehmen.
  • „Besondere Orte“ sollen entstehen, z. B. ein kleiner Bootsanleger in der Nähe der Charlottenbrücke und ein breiter „Altstadt-Steg“ in optischer Verlängerung der Wasserstraße als Verbindung zwischen Altstadt und Lindenufer mit freiem Blick auf die Spreemündung in die Havel.
  • Direkt hinter der Charlottenbrücke könnte es bald ein stationäres Restaurantschiff mit Blick auf die Grünanlage, den Stresow und die Spreemündung geben.
  • Kurz vor der Juliusturmbrücke, an der Stelle des alten Berliner Tors, ist ein Aussichtspunkt „Havelbalkon“ geplant, der den früheren Brückenübergang über die Havel andeutet.
  • Direkt daneben entsteht ein Generationengarten als Begegnungsstätte für Jung und Alt.
  • Die kleine Straße Lindenufer wird zu einer beidseitig befahrbaren Sackgasse, zu der – bis zur Hälfte – eine Zufahrt von der Straße Am Juliusturm, oder, wie bisher, von der Charlottenstraße möglich sein wird.
  • Ein Teil des bestehende Parkplatzes am Lindenufer, ohnehin ein in der Grünanlage geduldetes Provisorium aus der Zeit des U-Bahn-Baus, wird zu einem temporären Festplatz umgestaltet, dem „Altstadt Highlight“. Er erhält die Form eines früher dort vorhandenen Verteidigungswalls, der Lünette I (1639–1898).

Lindenufer

Haltestellen:

Berlin Spandau (S5/ Regionalbahn),
Rathaus Spandau (icon_u-bahn7),
Altstadt Spandau (icon_u-bahn7)
U Altstadt Spandau (icon_busX33)

Anfahrt aus Berlin:

S5/ Regionalbahn bis Berlin-Spandau oder  icon_u-bahn7 bis Rathaus Spandau (Zugang zum Lindenufer jeweils über den Stabholzgarten hinter dem Rathaus); alternativ: icon_u-bahn7 bis Altstadt Spandau (Zugang zum Lindenufer auf Höhe der Juliusturmbrücke)

Vom Berliner Hauptbahnhof bis Berlin-Spandau sind es mit der S5 etwa 30 Minuten. Die Regionalzüge benötigen ca. 15-20 Minuten.

Stern und Kreisschifffahrt

  • Havel von Nord nach Süd
  • Werder
  • Brandenburg an der Havel
  • Magdeburg

Reederei Werner Triebler

  • Große Berlin-Rundfahrt
  • Historische Stadtrundfahrt

Reederei Lüdicke

  • City-Fahrt
  • 7-Seen-Fahrt
  • Rund um die Pfaueninsel
  • 3-Schleusen-Fahrt
  • Kleine Havelseen-Fahrt

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Touren.

Am Lindenufer ist das Fahrradfahren leider nicht erlaubt. Voraussichtlich wird sich dies im Zuge der Neugestaltung des Lindenufers aber bald ändern.

Spandau Tourist-Info - Interaktive Karte

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