Münsingerpark

Schräg gegenüber dem Rathaus Spandau gibt es eine 5 Hektar große Grünanlage mit schönem Baumbestand, durch welche die meisten nur hindurchhasten, um zu ihren Bussen zu gelangen: den Münsingerpark. Benannt nach dem ehemaligen Bürgermeister Spandaus Gottlob Münsinger bietet der Park neben Oasen der Ruhe einen neu gestalteten großen Spielplatz und verschiedene Sportflächen. Skater kommen ebenso auf ihre Kosten wie Tischtennis-, Streeball-, Volleyball- und Badmintonspieler. Neben dem Brunnen am Amtsgericht ist eine Fläche zum Boulespielen angelegt. Die Anbindung des Parks an den ÖPNV ist optimal, eine Eisdiele ist in Reichweite. Im Sommer gibt es hier auch zahlreiche Plätze im Freien.

Eine Oase der Ruhe in Bahnhofsnähe

 

Münsingerpark (Foto: Ralf Salecker)

Ein Verkehrsknotenpunkt in Spandau mit Parkanschluss (Foto: Ralf Salecker)

Ein breiter Weg, der Teil des überregionalen Radweges zwischen Berlin und Falkensee ist, leitet Radfahrer und Fußgänger bei Bedarf schnell durch den Park hindurch. Kleine Wege führen dagegen zu ruhigen Oasen mit Parkbänken, die den Trubel der Umgebung vergessen lassen. Viele nutzen den Münsingerpark, um den Weg vom Rathaus zur Seegefelder Straße abzukürzen oder direkt zur Galenstraße zu gelangen. Früher war dies für viele der Weg zum Finanzamt, heute ist dort das Ordnungsamt zu finden. Direkt hinter der Galenstraße schließt sich der Georg-Ramin-Grünzug an, über den ein abwechslungsreicher Weg nach Westen in und durch den Spektegrünzug führt. Über den Spektesee und die Spektelake hinaus gelangen Spaziergänger und Radfahrer vom Rathaus aus nach vielen Kilometern bis nach Falkensee.

Oasen der Ruhe, Sport und Spiel

Der Platz vor dem Park kommt zwar selten zur Ruhe, trotzdem findet jeder, der sich in den Park hinein begibt, ohne Probleme eine ruhige Ecke fernab des Lärms, um einfach für einen Moment auszuspannen. Anschließend kann der Einkauf in den Arcaden oder der Altstadt weitergehen. Wem nach Schlemmen zumute ist, kehrt ins Florida Eiscafé in der Ellipse ein.

Münsingerpark (Foto: Ralf Salecker)

Eine Oase der Ruhe direkt gegenüber dem Bahnhof Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Für seine überschaubare Größe ist der Park erstaunlich vielfältig gestaltet. Abseits der großen Hauptwege bietet er viele ruhige Oasen an Blumenbeeten, von Büschen umgeben oder im Schatten der Bäume. Auch an Bänken mangelt es nicht, allein am Ziergarten in der Nähe des Amtsgerichts gibt es zehn. Sogar exotische Bäume hat der Park zu bieten. So wächst hier z. B. ein Mammutbaum, der 1960 als Geschenk der Partnerstadt Luton vom Bezirksamt Spandau gepflanzt wurde – im Beisein des British Resident Officer Oberst Banfield. Rund 3.000 Jahre kann dieser Baum alt werden. Für Kinder entstand im Rahmen der Neugestaltung des Parks im Jahr 2010 ein 2.000 qm großer Spielplatz im Grünen mit Schaukeln, Rutschenhügel, Gurtsteg, Trampolin und einem Wasserspiel. Für Jugendliche gibt es eine Skaterfläche und Tischtennisplatten. Direkt neben der Ellipse können sportliche Besucher auf einer Multifunktionsfläche aus Asphalt zwei Streetballkörbe und Pfosten für ein Volleyball- oder Badmintonnetz nutzen. Neben dem Brunnen am Amtsgericht ist eine Fläche zum Boulespielen angelegt.

Begrünung des Rathausvorplatzes

Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Früher gab es hier einen Rathausvorplatz (Foto: Ralf Salecker)

Kaum einer weiß heute mehr, dass der Platz vor dem Rathaus Spandau auf dem unbefestigten Gelände vor der Festung Spandau angelegt wurde. Ebenso wie das Rathaus selbst lag er nicht innerhalb der „Altstadt“. Ursprünglich war vor dem Rathaus keine Grünfläche geplant. Auf einem symmetrischen Vorplatz sollte vielmehr ein großes Stadttheater – ebenso breit, wie das Rathaus selbst ­– kunstbeflissenes Publikum locken. Die Pläne verliefen jedoch im Sande. Am 1. August 1914 wurde die allgemeine Mobilmachung ausgerufen. Der Erste Weltkrieg ließ anderes wichtiger erscheinen. Am 24. September 1952 beschloss die Spandauer Bezirksverordnetenversammlung, den Rathausvorplatz neu zu begrünen und ihn nach dem ehemaligen Bezirksbürgermeister von Spandau Gottlob Münsinger zu benennen. Gerade einmal zehn Jahre trug der Platz diesen Namen. Mit dem Bau des Altstädter Rings musste der Platz 1962 weichen. Heute ist die große Kreuzung zwischen Bahnhof und Rathaus ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt – zum einen für den Autoverkehr, aber auch für den öffentlichen Nahverkehr: Nirgendwo in Spandau fahren mehr Busse ab.

Wer war Gottlob Münsinger?

Geboren wurde Gottlob Georg Friedrich Münsinger am 19. Februar 1873 in Schaffhausen. In Stuttgart besuchte er die Volksschule, erlernte den Beruf des Mechanikers. Nach dem Militärdienst ging er als Geselle auf Wanderschaft. Später, im Jahr 1908, übernahm er die Geschäftsführung des Deutschen Metallarbeiterverbandes in der brandenburgischen Stadt Rathenow. Hier begann seine politische Karriere als Stadtverordneter.

Lange hielt es ihn allerdings nicht in der kleinen Stadt. In Spandau war derweil (1903) der Festungsstatus aufgehoben worden. Zwischen 1908 und 1910 wurden die alten Festungsanlagen abgetragen. Außerdem beschloss man, sich ein neues Rathaus zu gönnen. Der Platz für den neuen Regierungssitz sollte vor den Toren der Stadt liegen – auf der ehemaligen Bastion I. Fertiggestellt wurde das Gebäude 1913.

Als Bevollmächtigter des Deutschen Metallarbeiterverbandes zog es Münsinger 1912 nach Köln und im Rahmen der allgemeinen Mobilmachung 1914 zur Armee. 1918 wurde er Vorsitzender des Aufsichtsrates der Firma Siemens und Halske, die 1897/89 am Nonnendamm ihren Firmensitz hatte.

Auch in Berlin verschlug es Münsinger in die Politik. Am 23. Februar 1919 – nach Krieg, Revolution und Bildung der ersten deutschen Republik – wurde über die Zusammensetzung einer neuen Berliner Stadtverordnetenversammlung, das Kommunalparlament der Stadt, erstmals von Männern und Frauen nach allgemeinem und gleichem Wahlrecht entschieden. Im gleichen Jahr wählte man den Sozialdemokraten Münsinger in eben jenes Parlament.

Zwei Jahre nach Spandaus Eingemeindung nach Berlin wurde Münsinger 1922 erst Bezirksverordneter, dann unbesoldeter Bezirksstadtrat für Spandau. Es ging aufwärts mit seiner politischen Karriere in Spandau. Die Bezirksversammlung wählte Gottlob Münsinger 1925 zu ihrem Vorsitzenden. Ab 1927 war er besoldeter Stadtrat und Stellvertreter des Bezirksamtsvorsitzenden und ab 1928 außerdem Stadtrat im Magistrat von Berlin. Heute wäre das so, als wenn man gleichzeitig im Spandauer Bezirksamt und im Abgeordnetenhaus von Berlin sitzen würde.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 verlor Münsinger seine Ämter. Nach dem Krieg war Berlin in vier Sektoren aufgeteilt. Es gab starke Bestrebungen, KPD und SPD zur SED zu vereinigen. Gottlob Münsinger sprach sich 1946 energisch dagegen aus. Von 1946 bis 1949 war er der dritte Bürgermeister Spandaus nach dem Krieg. In Würdigung seiner in 40-jährigen kommunalen Arbeit, die 30 Jahre lang Spandau gewidmet war, und seiner Verdienste um die Selbstverwaltung der Gemeinden, verlieh die Stadtverordnetenversammlung von Berlin Gottlob Münsinger zu seinem 75. Geburtstag den Titel eines Stadtältesten von Groß-Berlin. Er war damit der erste, dem nach dem Zweiten Weltkrieg diese Ehre zuteil wurde. Kurz nach seinem Geburtstag verstarb er. Seine letzte Ruhe fand er in einem Ehrengrab auf dem Friedhof In den Kisseln.

Münsingerpark

Haltestellen: Berlin Spandau (S5/ Regionalbahn), Rathaus Spandau (icon_u-bahn7), S+U Rathaus Spandau (nahezu alle Spandauer Buslinien) Anfahrt aus Berlin: S5/ Regionalbahn bis Berlin-Spandau oder icon_u-bahn7 bis Rathaus Spandau Vom Berliner Hauptbahnhof bis Berlin-Spandau sind es mit der S5 etwa 30 Minuten. Die Regionalzüge benötigen ca. 15-20 Minuten.

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