Hier gibt es noch von Hand gefertigte Produkte auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt

Weihnachtlicher Kunsthandwerkermarkt im Gotischen Haus. Spandauer Pferdchen

Weihnachtlicher Kunsthandwerkermarkt im Gotischen Haus. Spandauer Pferdchen (Foto: Ralf Salecker)

Das Gotische Haus lohnt besonders zur Adventszeit einen Besuch. In der Zeit vom 1. bis zum 4. Advent locken handwerklich gefertigte Produkte und Kunstobjekte in Berlins ältestes Bürgerhaus, das Gotische Haus in der Spandauer Altstadt. Eine ganz besondere Atmosphäre entsteht so in den historischen Räumen mit ihrem gotischen Gewölbe. Plastikkram aus Asien ist hier nicht zu finden. Die Besucher erwartet traditionelles Kunsthandwerk, Kunst und Design aus Berlin und dem Land Brandenburg. Berlins ältestes Bürgerhaus wird seit vielen Jahren zum Ruhepol auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt. Seit mehr als 20 Jahren macht hier ein weihnachtlicher Kunsthandwerkerhof Station. 

Es mag überraschen. Ja, es gibt noch Spandauer, die das Gotische Haus in der Spandauer Altstadt noch nicht kennen. Anderen ist es eine lieb gewonnene Tradition geworden, ganz besonders während der Weihnachtszeit. Neben der Touristeninformation, in der Eintrittskarten für Konzerte in Spandau, Souvenirs und gedruckte Informationen zum Bezirk zu bekommen sind, locken wechselnde Ausstellungen und ein Museum die Besucher in Berlins ältestes Bürgerhaus. Zu Weihnachten gibt es hier auch Weihnachtskarten aus Spandau.

Handwerk bürgt für Qualität

Weihnachtlicher Kunsthandwerkermarkt im Gotischen Haus. Keramikerin Dorothea Nerlich

Weihnachtlicher Kunsthandwerkermarkt im Gotischen Haus. Die Keramikerin Dorothea Nerlich organisierte ihn rund 20 Jahre lang. (Foto: Ralf Salecker)

Hier gibt es keine Fabrikware zu kaufen. Viele Besucher kennen den Kunsthandwerkermarkt schon aus Zeiten, als sie selbst gerade einmal über die Tischkante schauen konnten. Die Faszination für Handwerkliches ist geblieben. Dabei ist es nicht allein ein nostalgisches Gefühl, welches die Leute ins Gotische Haus lockt. Handwerkliches steht für Qualität und Beständigkeit. Wie Ton zur Keramik wird, ist vielen ein Mysterium. Viele wissen nicht, ob Ton gebrannt wird. Immer mehr Menschen fehlt es an grundlegende Erfahrungen, wie Dinge. Gerne stehen die Handwerker und Künstler Rede und Antwort. Im umliegenden Trubel der Altstadt ist das Gotischen Haus in der Vorweihnachtszeit eine Insel der Ruhe.

Sowohl Weihnachtliches, Originelles, Erlesenes, Schönes, Verrücktes, Nützliches und Individuelles kann bestaunt aber auch erworben werden. Den Ausstellern kann man bei der Arbeit über die Schulter schauen und auch Fachfragen werden gern beantwortet. Die an den verschiedenen Ständen präsentierten Arbeiten sind von der Idee bis zur Fertigstellung in den jeweiligen Werkstätten in unserer Region von Hand gefertigt. Jeder Handwerker und Künstler ist während der gesamten Zeit persönlich an seinem Stand anzutreffen. Das sind Holzspielzeugmacher, Keramiker, Seifensieder, Korbflechter, Porzellanmaler, Puppenschneider, Glasbläser, Kerzenzieher, Schmuck-und Goldschmiede, sowie eine Ikonenmalerin.

Mit dabei ist auch der Goldschmied Gerd Korn. Zwei besondere Spandau-Schmuckstücke hat er zu bieten, deren Vorbilder vor vielen Jahren bei Ausgrabungen auf dem Spandauer Burgwall entdeckt wurden. Der Thebal-Ring mit der Aufschrift „THEBAL GVT GUTTANT“ sollte seinen Besitzern im Mittelalter Schutz vor Schlaganfällen garantieren. Solche Ringe waren einmal in ganz Europa verbreite. Eine weitere Replik aus alten Zeiten ist das „Spandauer Pferdchen“. Pferde waren in der heidnischen Welt von besonderer Bedeutung.

 

Weihnachtlicher Handwerkermarkt im Gotischen Haus

  • Breite Straße 32
  • 13597 Berlin-Spandau
  • vom 1. bis zum 4. Advent
  • Täglich von 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet – samstags sogar bis 20 Uhr
  • Eintritt frei

Fotoimpressionen vom Märkischer Kunsthandwerkermarkt im Gotischen Haus